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the Degree Confluence Project
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Germany : Nordrhein-Westfalen

1.9 km (1.2 miles) N of Gangelt, Nordrhein-Westfalen, Germany
Approx. altitude: 80 m (262 ft)
([?] maps: Google MapQuest Multimap world confnav)
Antipode: 51°S 174°W

Accuracy: 13 m (42 ft)
Click on any of the images for the full-sized picture.

#2: The GPS Device #3: View to the north #4: View to the west #5: View to the south #6: View to the east #7: Lindenhof #8: Memorial Plaque #9: Mercator Monument with the Lindenhof #10: Mercatorpunkt - The surroundings of the monument

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  51°N 6°E (visit #14)  

#1: The Confluence Point

(visited by Stefan)

English

02-Sep-2012 -- An einem Sonntag Nachmittag hatte ich nach einem Sommerfest noch Zeit und ich beschloss spontan, nach Gangelt zu fahren, da dieser Konfluenzpunkt nur knapp 80 km entfernt ist. Über die Autobahnen A61 und A46 erreichte ich von Köln kommend Gangelt in knapp einer Stunde. Ich parkte am ehemaligen Bahnhof in Gangelt und von dort waren es noch knapp 500 m bis zum Konfluenzpunkt. Auf dem Weg zum Konfluenzpunkt kam ich an einem Denkmal vorbei, das an Gerhard Mercator erinnert und auf den Konfluenzpunkt aufmerksam macht. Das Denkmal ist jedoch noch etwa 130 m vom Konfluenzpunkt entfernt. Zum 500-ten Geburtstag von Mercator hat man innerorts das Denkmal mit dem Wegweiser "Merkatorpunkt" ausgeschildert und den Ort des Denkmals mit weiteren Objekten ergänzt. So findet man dort jetzt neben dem Denkmal, das auf einem steineren Globus die Position des Konfluenzpunktes zeigt, unter anderem eine Stahltafel mit dem Lebenslauf von Mercator.

Der Text auf der Gedenktafel für Mercator lautet: Gerhard Mercator verbrachte von 1512 bis wahrscheinlich 1518 einen Teil seiner Kindheit in Gangelt.

Er wurde der hervorragendste Geograph des 16. Jahrhunderts. Als erster konstruierte er Karten, auf denen der Kurs eines Schiffes als gerade Linie eingezeichnet werden konnte. Noch heute wird seine Erkenntnis, wie die Oberfläche der kugelähnlichen Erde winkeltreu auf eine flache Karte übertragen werden kann, genutzt. Das heutige weltumspannende Koordinatensystem ist als UTM-System bekannt und wird mit Hilfe der universalen transversalen Mercatorprojektion hergestellt.

Die Eltern Mercators, der als Gheert Cremer getauft wurde, stammten aus Gangelt. Geboren wurde Mercator am 5. März 1512 allerdings im einhundertfünfzig Kilometer entfernten Rupelmonde, unweit von Antwerpen. Dort weilten seine Eltern gerade bei dem Bruder seines Vaters, Gisbert Cremer, zu Besuch. Nachdem Mutter und Kind reisefähig waren, kehrte die Familie nach Gangelt zurück, um dann aber spätestens 1518 endgültig nach Rupelmonde zu ziehen.

Der Onkel Gisbert ermöglichte Mercator ein Studium der Philosophie an der katholischen Uniuversität in Löwen, nachdem er bei den "Brüdern vom gemeinsamen Leben" in 's-Hertogenbosch ein Gymnasium besucht hatte. Unter Anleitung eines Gelehrten der Universität, Gemma Frisius, beschäftigte er sich nach dem Studium mit Mathematik und Himmelskunde. Er lernte bei Frisius den Bau von Globen, das Anfertigen von mathematisch-astronomischen Instrumenten, die Landvermessung und das Stechen von Landkarten. Handwerklich übertraf er seinen Mentor Frisius sehr bald. Seine Instrumente und Karten waren begehrt. Er verdiente so gut, dass er mit nur 24 Jahren heiraten und eine Familie gründen konnte, aus der sechs Kinder hervorgingen.

Mercator beschäftigte sich zunehmend mit den Gesetzen, welche die Welt bewegen. 1544 wurde er der Ketzerei angeklagt und einige Monate eingekerkert. Nach seiner Entlassung setzte er sich mit dem Phänomen des Erdmagnetismus auseinander. Er war bereits 1546 davon überzeugt, dasss der magnetische Pol in der Nähe des Nordpols liegen musste, als andere diesen noch mit dem Polarstern identifizierten.

1552 siedelte Mercator nach Duisburg über. Dort erlebte er den Höhepunkt seines Schaffens. Er fertigte 1569 die erste Karte der Welt an, auf der die Kurse von Schiffen als gerade Linien eingezeichnet werden konnten. Seinen Wunsch, eine vollständige Beschreibung der Schöpfung (Kosmographie) von ihrem Anfang an mit einer weltumspannenden kartographischen Darstellung der Welt herauszugeben, konnte er nicht ganz verwirklichen. Immerhin wurde kurz nach seinem Tod von seinem Sohn Rumold die noch unvollständige Sammlung seiner Karten, mehr als hundert, zusammen mit dem ersten Buch seiner kosmographischen Gedanken veröffentlicht. Mercator hatte dieser Kartensammlung den Namen Atlas gegeben, ein Begriff, der auch heute noch gängig ist.

Zur Erinnerung an Mercator wurde in der Nähe des Schnittpunktes des 6. östlichen Längengrades und des 51. nördlichen Breitengrades dieses Denkmal errichtet. Einige der auf diesen Graden liegenden Städte sind hier aufgeführt.

Die Sitzgelegenheit am Mercatorpunkt ist der Rupelmonder Platz, benannt nach Mercators Geburtsort Rumpelmonde, der heute ein Teil der Gemeinde Kruibeke in Flandern ist. Der Stein zwischen dem Denkmal mit dem Globus und dem Rupelmonder Platz trägt eine Plakette mit der Inschrift: "Zur Erinnerung an unseren gemeinsamen Sohn Gerhard Mercator und die Freundschaftsvereinbarung zwischen den Gemeinden Kruibeke (B) und Gangelt (D) am 19.06.1998."

Vom Denkmal aus sieht man in nordöstlicher Richtung eine Pferdekoppel mit einem angrenzenden Wohngebäude (Lindenhof). Da der Konfluenzpunkt innerhalb der Pferdekoppel liegt, konnte ich die genaue Position des Konfluenzpunktes nicht erreichen und musste mich damit begnügen, dass ich an der westlichen Ecke des Zaunes den exakten Breitengrad und ein paar Meter weiter am Zaun (der nicht exakt in Ost-West-Richtung verläuft, sondern ein Stück nach Süden geht) den exakten Längengrad erreicht hatte. Die kürzeste Entfernung zum Konfluenzpunkt in diesem Punkt habe ich mit 12 m berechnet und die Ungenauigkeit des GPS-Gerätes betrug 2 m, so dass ich insgesamt auf eine Genauigkeit von 14 m komme. Nach etwa einer Stunde am Konfluenzpunkt und am Mercatordenkmal fuhr ich weiter zum 15 km entfernten westlichsten Punkt Deutschlands in der Nähe des Ortes Isenbruch (Gemeinde Selfkant) und am frühen Abend wieder zurück nach Köln.

English

02-Sep-2012 -- It was an early Sunday afternoon when I spontaneously decided to visit the confluence point near Gangelt as this point was only 80 km away. Starting near Cologne and taking the motorways A61 and A46 I reached Gangelt in less than an hour. I parked my car at the former train station in Gangelt and had to walk only 500 m to reach the confluence point. On the way to the confluence point I came across a monument that remembers Gerhard Mercator. This monument is still 130 m away from the confluence point. Mercators 500th birthday was celebrated in March 2012 and the town of Gangelt signposted the way to the monument and added other objects near the monument. So you can find there among other objects a memorial plaque giving a short sumnmary of Mercators life.

The translated inscription on the memorial plaque reads: Gerhard Mercator spent a part of his childhood from 1512 until probably 1518 in Gangelt.

He became the most prominent geographer of the 16th century. He was the first one to develop maps upon which the route of a ship could be drawn as a straight line. His knowledge of how the surface of the sphere-like earth can be transferred to a flat map preserving the angles is still used today. Today's global coordinate system is known as UTM system and is produced using the Universal Transverse Mercator-Projection.

The parents of Mercator, who was baptized as Gheert Cremer, came from Gangelt. Mercator however was born 150km away from Gangelt in Rupelmonde near Antwerp on the 5th of March 1512. His parents visited Gisbert Mercator, the brother of his father, at that time. The family returned to Gangelt after mother and child were able to travel, but finally moved to Rupelmonde no later than 1518.

After Mercator had attended the grammar school of the "Brethren of the Common Life" in 's-Hertogenbosch, his uncle Gisbert enabled him to study philosophy at the Catholic University in Leuven. Under the guidance of Gemma Frisius, a scholar of the university, he focused on the study of mathematics and astronomy. He learned from Frisius the construction of globes, the making of mathematical and astronomical instruments, land surveying and the engraving of maps. His artisanal skills surpassed very soon those of his mentor Frisius. His instruments and maps were in great demand. He earned so much that he was able to marry at just the age of 24 years and so he started a family in which six children were born.

Mercator occupied himself increasingly with the laws that move the world. In 1544 he was accused of heresy and incarcerated for several months. After his release he analyzed the phenomenon of terrestrial magnetism. In 1546 he was already convinced that the magnetic pole had to lie in the vicinity of the North Pole, while others identified the magnetic pole with the North Star.

In 1552 Mercator moved to Duisburg. There he experienced the most creative phase of his life. He produced the first map of the world on which the courses of ships could be drawn as straight lines in 1569. He wanted to give a full description of the Creation (cosmography) from its beginning, with a global cartographic representation of the world, but could not quite realize this desire. Shortly after his death his son Rumold could nevertheless publish the still incomplete collection of Mercator's more than 100 maps, along with the first book of Mercator's cosmographic thoughts. Mercator called his collection of maps "Atlas", a term that is still in use today.

To commemorate Mercator this monument was built near the intersection of 6E with 51N. Some of the towns lying on these latitudes and longitudes are listed here.

The seating near the monument is called "Rumpelmonder Platz", named after Mercator's birthplace Rumpelmonde, which is now a part of the community of Kruibeke in Flanders. The stone between monument and the Rumpelmonder Platz bears a plaque with the inscription: "In memory of our common son Gerhard Mercator and the friendship agreement between the municipalities Kruibeke (B) and Gangelt (D) on the 19th of June 1998."

Standing at the monument and looking northeast, you can see a paddock with an adjoining residential building (Lindenhof). As the confluence point is located within the paddock, I could not achieve the exact position of the confluence point and had to content myself with the fact that I got the exact latitude at the western corner of the fence and the exact longitude a few meters further along the fence (which was unfortunately not built exactly in east-west direction). The distance between the confluence point amd the spot with the exact longitude was about 12m and the inaccuracy of the GPS device was 2 m, so that I get an inaccuracy of 14 m. After about an hour at the confluence point and at the Mercator monument I drove another 15 km to the westernmost point of Germany near the village of Isenbruch (municipality of Selfkant) and returned at home in the early evening.


 All pictures
#1: The Confluence Point
#2: The GPS Device
#3: View to the north
#4: View to the west
#5: View to the south
#6: View to the east
#7: Lindenhof
#8: Memorial Plaque
#9: Mercator Monument with the Lindenhof
#10: Mercatorpunkt - The surroundings of the monument
ALL: All pictures on one page (broadband access recommended)