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the Degree Confluence Project
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Canada : Yukon

16.7 km (10.4 miles) NE of Tuchitua, YT, Canada
Approx. altitude: 1216 m (3989 ft)
([?] maps: Google MapQuest Multimap topo topo250 world confnav)
Antipode: 61°S 51°E

Accuracy: 6 m (19 ft)
Click on any of the images for the full-sized picture.

#2: East view - Östliche Sicht #3: South view - Südliche Sicht #4: West view - Westliche Sicht #5: GPS - Position #6: Frances Lake in Background #7: Visitor on Point and after the Tour #8: Map area Point region #9: Forest fire area #10: After the Bear Contact

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  61°N 129°W (visit #2)  

#1: North view - Nördliche Sicht

(visited by Hermann Grebner)

English

27-Jul-2011 -- Nach dem Anfang im Jahre 2001 mit 2 Punkten und noch wenig Erfahrung, und einem 2. Versuch 2007 mit weiteren 5 Punkten, nun ein dritter Versuch: Vielleicht noch 3 geplante Punkte mehr zu erreichen im Yukon. Nach dem Flug am Sonntag von Frankurt nach Calgary geht es mit dem Mietauto Richtung Norden über den Alaska–Highway bis nach Watson Lake, die Südostecke des Yukon Territory. Nach dem Einkauf von etwas Proviant und der Pfefferspraydose (Bärenspray) geht die fahrt nördlich weiter auf dem Robert Campell Highway ca. 100 km, um dann nach rechts abzufahren auf die Nahanni Range Road, die zu einer jetzt wieder in Betrieb befindlichen Mine führt. Das heißt für mich nun, trotz einigem PKW- und LKW-Verkehr auf der schmalen Schotterpiste eine kleine Parkbucht zu finden, die nicht allzu weit als Startposition zum Punkt hin entfernt ist. Ich finde tatsächlich eine kleine Parkmöglichkeit, und dies ist auch meine Startposition am nächsten Morgen.

Nach dem Zusammenstellen der notwendigen Ausrüstung, eines kleinen Frühstücks, des Einhängens des Bärensprays, und Einschmierens des Mückenschutzes, geht es von Position N 60° 57 025 – W 129° 00 901 auf 927 Metern Höhe um 6:50 Uhr am Mittwochfrüh los. Die angegebene Entfernung zum Ziel ist (Luftlinie) 5,6 km. Das Wetter ist heute etwas kühl ca. 15 °C bei leichtem Nieselregen, das heißt für mich eine durchweg nasse Tour. Eine vorab Information via Google Earth bestätigte mir zum einen die Entfernung zum Punkt, und erbrachte über das Höhenprofil die Erkenntnis, dass der Punkt auf der Rückseite eines kleinen Berges liegt. Daraus ergeben sich 2 Möglichkeiten. Variante 1: Berg hoch – geradeaus – und wieder runter, oder die Variante 2: Den Berg auf der längeren Strecke links zu umgehen. Ich entscheide mich jetzt für die Variante 1 auch wegen des schlechten Wetters.

Die Strecke führt am Anfang über ca. 1,5 km den Berg hoch durch ein Waldbrandgebiet. Durch das wieder dichte, hochgewachsene Gras kann man die umgestürzten Bäume kaum erkennen, was das Vorankommen sehr mühsam und auch gefährlich macht. Nach dem Waldbrandgebiet und 2 Stunden Gehzeit wird der Wald zunehmend dichter und buschiger. Wildnis PUR. Typischer kanadischer Busch. Ich erreiche nach 3 Stunden Gehzeit dass Höhenlevel von 1300 Metern bei nun ebenem Gelände. Die Bergoberseite ist erreicht. Immer noch bewege ich mich im dichten verfilzten Buschgelände. Das Vorankommen wird zunehmend zur Quälerei. Noch knapp 2 km zum Ziel, und es geht nun leicht bergab. Ich fluche laut vor mich hin, das Wetter wird etwas besser und die Mücken deutlich mehr. Auf den letzten 100 Metern versuche ich exakt auf den Punkt zuzulaufen, um nicht lange im dichten Buschgelände die exakte Position finden zu müssen. Dies gelingt mir zum Glück auch. Der Schnittpunkt ist um 12:10 Uhr auf der Höhe von 1216 Metern erreicht. Für die 5,6 km habe ich nun 5 Stunden und 20 Minuten benötigt. Der Punkt befindet sich natürlich im dichten Buschgelände, mit einem kleinen Ausblick in Richtung Norden zum Frances Lake in ca. 30 km Entfernung. (Bild Nr.6)

Nach den Fotos, und einer wieder kurzen Trinkpause geht es jetzt nun leicht bergauf durch den Busch kämpfend zurück. Das Wetter wird zunehmend weiter sonniger und die Mücken auch mehr, aber zum Glück ist das Buschwerk nun etwas trockener. Meine Beine werden schwer und schmerzen. Ich drücke das Buschwerk mit den Armen auseinander, gehe mit einem Bein hinein und ziehe das andere Bein hinterher. Anders geht es nicht. Zu versuchen, rechts oder links an einem Busch vorbeizulaufen bringt nichts, weil die rund 2 – 2,5 Meter hohen Büsche größtenteils heftig ineinander verwachsen sind (Bild Nr.3). Sichtweite in diesem Gelände ca. 8 – 12 Meter. Alle paar 100 Meter muss ich eine kurze Pause machen. Mein physisches Limit ist erreicht. Ich schaffe nun gerade mal 800 Meter in einer Stunde. Außer Mücken habe ich bisher noch keine größeren Tiere gesehen. Weder ein Elch noch ein Caribou oder ein Schwarzbär, obwohl mir einheimische Kanadier den Tipp gaben, dass diese Gegend ein gutes Jagdrevier sei. Vielleicht liegt es auch an meiner ständigen lauten Flucherei. Man soll ja Geräusche machen in einem Bärengebiet. Nach wieder 4 Stunden Gehzeit erreiche ich nun wieder bergab laufend das Waldbrandgebiet. Noch vorsichtiger wie am Anfang meiner Tour bemühe ich mich eine sichere Strecke zu finden, um nicht noch meine Füße zu verknacksen oder gar zu brechen. Ich höre auch schon LKW auf der Schotterstraße vorbeirollen. Mit einem von mir laut ausgesprochenen – Gott sei Dank – stehe ich nach nun knapp 11 Stunden Gehzeit bei einer Gesamtstrecke von 11,2 km wieder auf der Schotterpiste der Nahanni Road. Es ist 17:40 Uhr.

Noch keine 10 Sekunden nachdem ich auf der Straße stand, gab es heftige Buschgeräusche, ebenso auf der linken Straßenseite, auf der ich gerade stand, rund 20 Meter vor mir. Ein Schwarzbär stand nun plötzlich direkt vor mir. "Ausgerechnet 2 Minuten vor Ende meiner Tour musst du mich jetzt noch erschrecken", sagte ich zu ihm in lautem Deutsch. Er blieb ruhig stehen und schaute mich an, und ich tat dasselbe. Das ging 20-30 Sekunden so. Wer macht nun den ersten Schritt???. Ich dachte noch bei mir, jetzt müsste ein LKW kommen, aber es kam keiner. Ich laufe nun langsam rückwärts und hänge dabei mein Bärenspray aus dem Karabiner um es zu entsichern, dabei klopfe ich mit meinem Wanderstab auf meiner Kaffeetasse herum. Der Bär hebt seinen Kopf, schnüffelt noch etwas und verschwindet wieder nach links in den Busch. Ich dachte mir nun, jetzt oder nie und ging noch die 20 Meter zu der Stelle, wo der Bär gerade noch stand, um ihn noch mit einem Foto zu erwischen, “natürlich die Rückseite des Bären“, was mir gerade noch gelang. Nach ca. weiteren 200 Metern war ich wieder am Auto, immer noch mit dem einsatzbereiten Bärenspray in der Hand, und der Hoffnung, es springt nicht noch einer plötzlich aus dem Busch. Nun wieder die rund 1,5 Stunden zurückfahren nach Watson Lake, um dringend etwas zu essen. Alles ist nass, meine Beine sind aufgeschunden, ich habe überall Muskelkater und einen sehr großen Hunger. Welch eine anstrengende und zum Abschluss auch noch spannende Schnittpunkt-Tour. Aber es war ein weiterer erfolgreicher Erstbesuch hier im Yukon.

English

27-Jul-2011 -- After my visits to the Yukon Territory in 2001 and 2007, where I located two confluence points on my first trip and five on my second, now follows in 2011 my third travel adventure to the great north, with planned visits of another three confluence coordinates.

Well obviously I crossed the great waters by plane, going from Frankfurt, Germany to Calgary, Canada to be exact. In Calgary I rented a car and drove on the Alaskan Highway to Watson Lake, the south-eastern corner of the Yukon Territory. Here, I bought some supplies, most importantly anti-bear spray. Afterwards I continued about a 100 miles on the Robert Campell Highway, turned right on to the Nahanni Range Road which leads to a mine that’s been reopened. I was not alone on the road, there was quite some traffic.

I had planned to find a parking opportunity on the Nahanni Range Road, which I could use as a starting point for the hike to the first confluence coordinates I wanted to locate.

I found one along the way and stayed there over night. After searching together the necessary supplies, eating some breakfast and clipping the bear spray to my belt I headed out at 6:50 am. The position at this time is N 60° 57 025 – W 129° 00 901 by 927 meters elevation.

The flight distance to the position is 5.6 km. The weather is not on my side, it is rather rainy and at 15°C quite cold so it’s probably going to be a wet tour. I took a quick view on Google earth to find out that my estimate of the distance was correct and that the confluence point is located on the back of a small hill. With this knowledge I could decide which route to take, the direct one over the hill or the long one around it. Having the weather in mind, I chose the direct one.

To start of I had to walk about 1.5 km uphill through an area that had cleared by a forest fire several years ago. It was quite hard since the tall grass that had grown since then hid most of the fallen trees and logs lying around. After about two hours the vegetation grew denser and thicker, the grass turned to bush-land. Pure wilderness you only get up here in Canada. Three hours into my hike I reached the top of the hill which lies at about 1300 meters above sea level. Its still hard work getting through the thick growth and I am getting tired. I still had another 2 km to go. The weather started to get a little better and the mosquitoes started to come out.

For the last 100 meters I tried to head towards the coordinates in a direct line so I wouldn't have to search for the exact spot in this thick brush. With some luck I found the Confluence point at 12:10 pm, at an elevation of 1216 meters above sea level. It took me 5 hours and 20 minutes to cover the distance of 5.6 km. The spot is in the middle of thick vegetation with a small clearing that allows a view at Lake Frances, which lies 30 km in the north. (Pic.6)

After a short break to drink some water and to take some pictures, I started my way back to the car. The weather kept on getting better, which made even more mosquito’s appear. My legs are starting to get tired and heavy. It gets harder and harder to work my way through the brush. (Pic. 3) I have to take breaks every 100 m or so. I feel like I have reached my physical limit, but I have to make it back to my car. Besides mosquito’s I haven’t seen any animals like reindeer, elk or bears. Even though a local guide told me that this was very good hunting territory. Maybe they’re scared away by my loud cursing. Maybe it’s better this way… I tried to be very careful to not trip or fall because of my exhaustion.

After a total of 11 hours I hear the first sounds of trucks on gravel and am quite exited to finally be back on Nahanni Range Road. Its 17:40 pm and I am really tired after this 11.2 km hike.

Suddenly I hear a noise in the woods and no 20 m away from me a blackbear appears out of the forest. I look at the bear and it looks at me. I thought to myself that it’s quite weird that all the time in the brush I saw not a single animal and now no minute on the road this bear shows up. I slowly walked away from the bear, hitting my walking stick on my tin cup and unfastening the anti-bear spray. The bear took another look at me and disappeared in the woods. I quickly approached the spot where he had been and took a picture. All I got was his back. My car was about 200 m away, so I walked there with my bear spray still in hand and the hope that the bear would not suddenly pop out of the woods.

I drove back to Watson Lake, which took about 1.5 hours and got something to eat. After all that hiking, I was done for the day, I was drenched, scratched all over, every muscle ached and I was really hungry. So that is it for this years quite exhausting confluence trip and Yukon Territory exploration.


 All pictures
#1: North view - Nördliche Sicht
#2: East view - Östliche Sicht
#3: South view - Südliche Sicht
#4: West view - Westliche Sicht
#5: GPS - Position
#6: Frances Lake in Background
#7: Visitor on Point and after the Tour
#8: Map area Point region
#9: Forest fire area
#10: After the Bear Contact
ALL: All pictures on one page (broadband access recommended)